Kann man die Eizellqualität verbessern?
Dieses Thema ist durchaus umstritten. Laut medizinischen Studien lässt sich die Eizellqualität nicht verbessern, aber es gibt immer wieder Fälle, bei denen sich die Eizellqualität positiv verändert hat. Aber noch mal ganz von vorne. Wie entstehen eigentlich Eizellen?
Die Anzahl der Eizellen sind bereits ab den ersten Lebenswochen eines weiblichen Embryos festgelegt. Die Eizellen reifen während eines Zykluses in den Eierstöcken heran. Einmal monatlich reift eine dieser Eizellen in einem sog. De-Graaf-Follikel so weit heran, dass sie in den Eileiter wandert (Eisprung). Dort kann sie von Spermazellen befruchtet werden. Dies ist der erste Schritt zur Schwangerschaft. Wird die Eizelle nicht befruchtet, geht sie ab.
Ab der ersten Menstruation einer Frau werden somit Eizellen ausgewählt, in jedem Zyklus eine sog. Oozyte. Die Oozyten mit der besten Qualität werden als Erstes ausgewählt, so dass mit der Zeit die Eizellen der darauf folgenden Zyklen eine geringe Qualität haben. Dies erklärt, warum Frauen ab 35 mehr Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden und eine höhere Fehlgeburtenrate haben. Es gibt jedoch Studien, die darauf hinweisen, dass die Eizellreifungsphase, die bereits 3 Monate vor dem Eisprung beginnt, die Qualität der Eizellen beeinflussen kann.
Mit Hilfe der unten genannten Vorgehensweise kannst du deine Eizellqualität Verbesserung angehen.
Hypothese „schlechte Eizellqualität" bestätigen lassen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Eizellqualität während einer Kinderwunschbehandlung testen zu lassen, z. B.:
- (Sicher) Polkörperdiagnostik der entnommenen Eizelle (PKD) vor der Befruchtung
- (Sicher) Präimplantationsdiagnostik* von Blastozysten (PID/PGT-A)
- (Unsicher) Häufige Blastozystenkulturen und Bewertungskriterien aus dem Labor erfragen.
- Zusätzlich sollten diverse Spermienprobleme wie z. B. eine erhöhte DNA-Fragmentierung ausgeschlossen werden. Denn auch diese können zu Entwicklungs- und Qualitätsproblemen bei Blastozysten führen (v. a. ab Morula-Stadium).
*PID/PGT-A ist nur unter bestimmten Voraussetzungen in Deutschland erlaubt. In anderen Ländern wie z. B. Tschechien, Dänemark oder Spanien ist dies jedoch erlaubt.
Mögliche Ursachen finden
Es gibt verschiedene Ursachen, die zu schlechter Eizell-Qualität führen können, z. B.:
- Alter (Genetische Veränderungen/Auffälligkeiten)
- Chronische Entzündungen
- Ungesunder Lebensstil
- Umwelteinflüsse
In allen 4 Punkten sind insbesondere die Mitochondrien beteiligt.
Die Mitochondrien sind winzig kleine, meist ovale Teilchen (sogenannte Zellorganellen, Durchmesser ca. 1,5 µm), die zu Hunderten bis Tausenden in jeder Zelle vorkommen (Ausnahme: rote Blutkörperchen). Je stoffwechselaktiver und energiebedürftiger ein Organ ist, umso mehr Mitochondrien befinden sich in einer Zelle. Herzmuskelzellen (in einer einzigen Herzmuskelzelle arbeiten bis zu 5000 Mitochondrien), Leberzellen, Nervenzellen und besonders die weibliche Eizelle (100.000 !) haben sehr viele Mitochondrien. Diese kleinen Zellorganellen sind vor allem für die Energiebereitstellung der Zelle verantwortlich.
Leider sind unsere Kraftwerke aber sehr anfällig gegenüber Störungen! Jede Art von übermäßigem Stress, falscher Ernährung, Infektionen, Medikamenten, Antibiotika etc. schädigen die Mitochondrien. Auch das Alter spielt eine große Rolle, denn über die Zeit gehen immer mehr Mitochondrien zurück. Die mitochondriale Medizin ist ein neuer Zweig und bestätigt durch den Rückgang der Mitochondrienaktivität die Entstehung von vielerlei Erkrankungen!
Und genau an den Mitochondrien setzen wir bei der Eizellqualität Verbesserung an!
Aber das alleine reicht noch nicht, denn auch das Immunsystem spielt eine große Rolle für den Körper. Mitochondrien können unter anderem durch das Immunsystem geschädigt werden.
Grundsätzlich gilt, alle chronischen Entzündungen, wie z. B. ausgelöst durch Allergien oder Autoimmunkrankheiten oder auch stille Entzündungen, wie z. B. ausgelöst durch Übergewicht, führen langfristig zu einem Ungleichgewicht im Immunsystem. Das heißt, das Immunsystem verbraucht mehr Energie als ein normales Immunsystem. Das wiederum bedeutet, dass andere Organe wie z. B. Gehirn, Darm, Leber und auch die Eierstöcke dauerhaft weniger Energie zur Verfügung gestellt bekommen, als sie eigentlich bräuchten.
Aber wie kann ich das Immunsystem wieder regulieren? Die Antwort ist kurz und knapp: über die Darmgesundheit!
Maßnahmen zur Verbesserung umsetzen
Auf Grundlage des oben genannten Wissens stellt sich die Frage, wie kann ich meine Eizellqualität nun verbessern?
Hinweis: Die Maßnahmen müssen jedoch mind. 3 Monate vor der Ovulation konsequent umgesetzt werden.
1. Gesundheitszustand verbessern und Immunsystem regulieren
(indirekter Einfluss auf die Mitochondrien)
- Gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und Schlaf, Darmbarrieren aufbauen, Darmmikrobiom verbessern, Leber und Bauchspeicheldrüse stärken, Nährstoffe auffüllen und Schleimhäute unterstützen, nicht rauchen, kein Alkohol, keine Drogen, BPA und Plastik in der Küche reduzieren, Stress reduzieren und den Vagus Nerv (durch z. B. bestimmte Atemtechniken) stimulieren.
2. Energie zuführen
(direkter Einfluss auf die Mitochondrien)
- Natürlich: z. B. durch Höhentrainings (IHHT), Wechselduschen oder Eisbaden
- Künstlich: Nahrungsergänzungsmittel wie z. B. NMN, Q10 Ubiquinol, DHEA und Antioxidantien wie z. B. Resveratrol, Vitamine E, Astaxanthin, OPC, usw.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es möglich ist, die Eizellqualität zu verbessern, wenn man rechtzeitig handelt! Um eine gute Eizellqualität zu erreichen, sollte man Entzündungen im Körper angehen, das Immunsystem unterstützen, indem man den Darm aufbaut, und die Mitochondrien Aktivität im Körper fördern. Wichtig ist, dass die Maßnahmen mindestens 3 Monate (je länger desto besser) umgesetzt werden, um Erfolge erzielen zu können.
Wie ich meine Eizellqualität verbessert habe?
Wie ihr in meinem vorherigen Vorstellungs-Blogeintrag lesen konntet, leide ich an einem unerfüllten Kinderwunsch. Außerdem habe ich diverse chronische Krankheiten, dazu zählen: Endometriose, Adenomyose, Allergien, Asthma, Histamin- und Laktoseintoleranz und die Autoimmunkrankheit Lichen Sclerosus vaginal.
Ich habe mir für meine zahlreichen Krankheiten Unterstützung bei einigen Ärzten, Heilpraktikern und Gesundheits-Coaches in den letzten Jahren gesucht. Ich hatte schon immer das Gefühl, dass meine Krankheiten mit meiner Unfruchtbarkeit zu tun haben müssen. Somit bin ich auf die Suche gegangen. Denn die Aussage meiner Reproduktionsmedizinerin „Sie haben halt einen geringen AMH-Wert und Endometriose" war für sie Erklärung genug, dass es bei uns seit 3 Jahren nicht klappen will. Ich sehe das anders. Ich hinterfrage immer, WARUM ich einen geringen AMH-Wert und Endometriose habe?
Letztendlich wird man es nie genau sagen können, aber auf meiner Reise bin ich schon vielen Diagnosen auf den Grund gekommen. Wie im Artikel „Eizellqualität verbessern" beschrieben, gibt es definitiv Zusammenhänge zwischen allen anderen Erkrankungen und der Unfruchtbarkeit.
Immunsystem und Mitochondrien
Bei mir ist das Hauptproblem vor allem das Immunsystem und auch meine Mitochondrien Aktivität, die ich über den ATP-Wert habe messen lassen. Zusätzlich recherchiere ich gerade an der Krebserkrankung meiner Oma. Denn sie ist recht jung (mit 50 Jahren) vor 30 Jahren an „Unterleibskrebs" verstorben. Das heißt, auch da könnte es Zusammenhänge geben. Genaueres weiß ich leider noch nicht.
Mein Immunsystem habe ich seit diesem Jahr gut in den Griff bekommen, durch die im Artikel genannten Maßnahmen, das heißt Lebensstil und Darmaufbau. Ich merke es daran, dass ich nicht mehr krank werde, mein Asthma und meine Allergien fast verschwunden sind und meine ständigen Atemwegs-Entzündungen plötzlich gestillt sind. Wie ich das genau gemacht habe, werde ich in einem weiteren Artikel demnächst berichten.
Parallel habe ich an meinen Mitochondrien gearbeitet. Ich fühle mich seitdem unglaublich fit und bin extrem leistungsfähig. Zusätzlich hat sich meine Schlafqualität enorm verbessert. Ich gehe zum Beispiel seit Januar 2024 regelmäßig 2-3x wöchentlich (konsequent) ins Höhentraining und nehme einige Nahrungsergänzungsmittel ein. Auch hierzu werde ich demnächst noch weitere Artikel verfassen.
Seit März ist alles anders
Der größte Erfolg war für mich jedoch, dass meine Eizellqualität seit März 2024 sich enorm verbessert hat. Ich hatte zuvor im Rahmen meiner Kinderwunschbehandlungen nie zeitgerecht entwickelte Embryos. Häufig waren es an Tag 5 nur frühe Blastozysten (wenn überhaupt). Die meisten Eizellen blieben an Tag 3 oder Tag 4 stehen.
Aber seit März ist alles anders. Jede Eizelle wird zu einer Blastozyste im Rahmen von ICSI Naturell! Einmal hatte ich sogar eine schlüpfende Blastozyste. Die Qualität ist laut Labor wirklich gut, aber noch nicht 100% perfekt. Dafür muss ich meinem Körper einfach noch etwas Zeit geben. Das heißt, für mich gilt weiterhin eiserne Disziplin bzgl. eines gesunden Lebensstils und Mitochondrien Arbeit. Denn geklappt hat es bei uns trotzdem leider noch nicht mit einer Schwangerschaft.
Es ist noch unklar, ob ich genetische Veränderungen der Eizellen habe, die Spermien und oder das Immunsystem in der Gebärmutter nicht doch auch noch eine Rolle spielen. Das werden wir aber demnächst herausfinden. Bleibt also dran.
Alles Liebe, eure Mela
Das benötigt eine große Portion Wille und Durchhaltevermögen. Aber ich kann dir sagen, es funktioniert!
Mela, Kinderwunsch-Kämpferin
Höhentraining: Mount Everest im Sitzen.
Was dabei passiert
Bei einem Höhentraining, auch als Hypoxietraining bezeichnet, herrschen Bedingungen wie auf dem Gipfel eines Berges. Durch den künstlich abgesenkten Sauerstoffpartialdruck in der Höhenkammer wird dem Körper die Sauerstoffversorgung der Muskulatur, aber auch des Gehirns und aller anderen Organe, erschwert.
Besonders bei Beschwerden wie Long-Covid, dem Fatigue-Syndrom (CFS), aber auch anderen chronischen Erkrankungen, wurden mit Hilfe der IHHT-Methode sehr gute Erfahrungen gemacht. Aber nicht nur in diesen medizinischen Bereichen wurden Erfolge erzielt, sondern auch im unerfüllten Kinderwunsch.
Die Kraftwerke der Zellen
Durch die gezielten Trainingsreize mit Hypoxie (Sauerstoffarmut) und Hyperoxie (Sauerstoffüberschuss) werden die Zellen angeregt, sich zu regenerieren und ihre Funktion zu optimieren. Mitochondrien, die sogenannten Kraftwerke der Zellen, spielen dabei eine zentrale Rolle.
Sobald unsere Mitochondrien wieder richtig arbeiten, führt das nicht nur zu einer Steigerung der Energie und Vitalität, sondern auch zu einer allgemeinen Verbesserung der Gesundheit und Zellqualität.
Wie Sauerstoff zur Fertilitätsbehandlung eingesetzt werden kann
Ein wichtiges Stichwort lautet hier: Hormone und Eizellqualität. Für alles, was wir tun und alle Prozesse, die sich im menschlichen Körper abspielen, spielen Hormone eine entscheidende Rolle. Sie geben „den Takt an“ und wirken als Initiatoren für sämtliche Abläufe in unserem Organismus. So also natürlich auch für die Schwangerschaft.
Viele Menschen, deren Zellen durch Alterung oder allgemein körperlichen Verfall ermüden, leiden unter hormonellen Störungen und Ungleichgewichten. Wie sich zeigte, kann das Training mit unterschiedlich O2-haltiger Luft den Hormonspiegel sicht- und spürbar regulieren.
Außerdem konnte festgestellt werden, dass entnommene Eizellen im Anschluss an eine Sauerstoffbehandlung eine überdurchschnittlich hohe Qualität aufweisen können. Besonders im Zusammenspiel mit einer gesunden Lebensweise und der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, sog. Antioxidantien.
Die Eizelle schlägt sie alle
Täglich bilden Billiarden von Mitochondrien in unseren Zellen das wichtigste Energiemolekül im Körper: Adenosin-Triphosphat, kurz ATP. Sämtliche Organe und alle Muskeln verwenden das ATP-Molekül als Energiequelle. Je mehr Energie ein Organ oder ein Gewebe verbraucht und je schneller sein Stoffwechsel abläuft, desto mehr Mitochondrien enthalten seine Zellen.
Herzmuskelzellen, in einer einzigen Herzmuskelzelle arbeiten bis zu 5.000 Mitochondrien, sowie Leberzellen, Nervenzellen und Sinneszellen haben sehr viele Mitochondrien. Doch die Eizelle schlägt sie alle: Sie trägt etwa 100.000 (!) Mitochondrien in sich. Der ATP-Wert kann in bestimmten Laboren erfasst werden, unterliegt jedoch starken Schwankungen.
Der natürliche Fortpflanzungsprozess erfordert einen wichtigen energetischen Beitrag. Die Eizelle ist in diesem Prozess der einzige Energielieferant. Reicht die Energie nicht aus, hat das eine geringere Fruchtbarkeit zur Folge. In höherem Alter enthalten die Eizellen der Frau meist zwar mehr Mitochondrien, dies sind aber zumeist solche, die nicht mehr richtig funktionsfähig sind. Mittels dem Höhentraining können diese wieder aktiviert werden.
Wo kann ich Hypoxie-Training machen?
Es gibt in verschiedenen Städten einige Institute oder Praxen, die Höhentrainings anbieten. Manche verleihen sogar Geräte für zu Hause.
Wie oft muss ich zum Hypoxie-Training?
Da die kleinen Follikel sich bereits bis zu 3 Monate vorher im Eierstock bilden, sollte das Training Minimum 3 Monate lang vor dem nächsten Versuch starten. Es wird empfohlen, 2-3x die Woche die Sauerstofftherapie für jeweils ca. 1 h durchzuführen.
Welche Art von Hypoxie-Training ist für mich geeignet?
Hierzu solltest du dich von einem Institut oder einer Praxis beraten lassen. Es gibt aktive und passive Höhentrainings. Aktiv auf z. B. einem Laufband und passiv im Sitzen. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn man die Trainingsart abwechselt. Jedoch sollte immer die Sauerstoffsättigung überprüft werden.
Wie ist meine persönliche Erfahrung dazu?
Ich gehe schon seit 1 Jahr durchgehend 2x wöchentlich zum Höhentraining. Ich bin mittlerweile bei einer Höhenluft von 5.500 Höhenmetern angekommen. Gestartet habe ich bei 2.000 Höhenmetern.
Der Körper arbeitet, vor allem am Anfang, wenn man es das erste Mal macht. Anfangs war ich danach sehr erschöpft. Und bei den ersten Sitzungen hatte ich das Gefühl zu wenig Luft zu bekommen. Aber all das merke ich nicht mehr.
Meine Eizellqualität war davor schlecht. Ich hatte, wenn überhaupt, an Tag 5 nur frühe Blastozysten und noch nie eine Schwangerschaft. Nach einem halben Jahr hatte ich plötzlich nur noch schlüpfende Blastozysten in B-Qualität. Auch wenn wir nur einen Follikel punktiert haben. Wenn wir zwei Follikel punktierten, waren es 1 Blastozyste und 1 Morula in B-Qualität. Ja, es hat definitiv geholfen.
Eine Schwangerschaft ist bisher trotzdem noch nicht eingetreten. Aber die Ursache ist nach wie vor unklar, woran es bei mir liegt. Sind es die Eizellen oder die Gebärmutter/Immunsystem? Die genetische Untersuchung via PGT-A wird dieses Jahr noch erfolgen, damit wir endlich Klarheit haben.
Viel Spaß beim Erklimmen des Mount Everest im Sitzen oder Laufen.
Mela, Kinderwunsch-Kämpferin








