Hallo, ich bin Tanja.
Zwölf Jahre lang war ich ungewollt kinderlos, bevor ich mit Baby im Arm dastand. Es war der härteste Weg, den ich je gegangen bin, und zugleich der lehrreichste. Heute begleite ich als Coach andere Frauen durch genau diese Zeit.
12 Jahre ungewollt kinderlos
Keine. Bei ihr war medizinisch alles in Ordnung, und es wollte trotzdem nicht funktionieren.
2 Inseminationen, 3 ICSI in Griechenland, 1 PGT-A [Untersuchung des Embryos]
Roger, Tanja, Lou, Fria, Andri und Felia
Kinderwunsch-Coach · empfohlene Kinderwunsch-Expertin 2023
Tanja hat ihren Weg selbst aufgeschrieben. Von der ersten Zuversicht bis zum dritten Versuch in Griechenland, mit allem, was dazwischen zerbrochen ist.
Ich wollte schon als Kind einmal mit 30 Mama sein. Beim „Wollen" ist es leider geblieben. Als mein Mann und ich damals mit der Kinderwunsch-Planung gestartet haben, hatte ich zuerst schon etwas Respekt. Was, wenn es jetzt sofort einschlägt und wir in 9 Monaten dastehen, mit einem Baby im Arm. Wie würde das sein? Aber daraus wurde nichts. Schlussendlich war ich 12 Jahre lang ungewollt kinderlos, bevor ich mit Baby im Arm dastand. Es war der längste und härteste Weg, den ich je gegangen bin. Es war aber auch der lehrreichste und intensivste und am Schluss erfolgreichste, den ich je gegangen bin.
Ich erinnere mich, dass ich anfangs noch sehr positiv war, auch wenn die Mens wieder pünktlich eingesetzt hatte. Immer wieder habe ich gehört: Du bist ja noch jung, das wird schon. Nach ca. einem Jahr habe ich mich an meine Gynäkologin gewendet, die mir ebenfalls freundlich, aber bestimmt erklärte: „Nur Geduld, das braucht halt manchmal seine Zeit". Ja, ich hatte die Zeit sicherlich noch, aber ich hatte mir doch vorgenommen, das Leben mit einem Kind an meiner Seite zu gehen.
Zudem hatte ich mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Karotten und Äpfel anstelle von Wein und Zigarette, Nahrungsergänzungsmittel, Meditationen, googeln bis mir der Kopf geraucht hat und das möglichst alles geheim und allein. Warum das damals niemand wissen durfte, weiß ich heute nicht mehr so genau. „Man" redet einfach nicht darüber. Heute bin ich diesbezüglich 100 % anderer Meinung: MAN MUSS DARÜBER REDEN.
Das ging dann Jahr für Jahr so weiter und nach 3 bis 4 Jahren habe ich mich wieder an meine Gynäkologin gewendet. Zwischenzeitlich hatte die Beziehung zu meinem damaligen Mann stark gelitten. Und ja, du hast richtig gelesen, damaliger Mann! Dieses Auf und Ab und hin und her hat unsere Beziehung stark zugesetzt. Irgendwann fand er sogar heraus, dass er eigentlich keinen so großen Kinderwunsch hat, wie ich diesen hatte.
Meine Frauenärztin vertrat zudem weiter stoisch ihren Standpunkt, dass man mit 35 schon noch genügend Zeit hat, ein Baby zu bekommen. Wenn ich diese Zeilen schreibe, merke ich, wie mich das heute immer noch wütend macht. Wütend, dass ich nicht damals das Glück selbst in die Hand genommen und einen anderen Weg eingeschlagen habe.
Ich hatte glücklicherweise zu dieser Zeit eine Frau kennengelernt, die Kinderwunsch-Coaching machte. Endlich hörte mir jemand zu und ließ mich nicht einfach stehen, mit den Worten: „Das wird schon!". Sie nahm meine Sorgen und Nöte ernst und gemeinsam haben wir Wege und Lösungen gesucht, die mir halfen, wieder klarer zu sehen. Es kam in dieser Zeit auch zur Trennung mit meinem Mann. Mit fast 36 stand ich also wieder da: geschieden, kinderlos, mit nun langsam alten Eizellen im Bauch und frustriert und traurig.
Das Glück war dann für einmal auf meiner Seite und ich durfte meinen jetzigen Mann kennenlernen, der ebenfalls noch einen unerfüllten Kinderwunsch hatte. Ich war mit 38 Jahren wieder mit einem Mann zusammen und hatte eine neue Chance auf mein Babyglück.

Tanja und ihr Mann
Zudem habe ich den Gynäkologen gewechselt, da ich mit Sicherheit nicht noch einmal die gleiche, wiederholende Platte hören wollte. Und zum ersten Mal wurde nun etwas unternommen. Meine Eileiterdurchgängigkeit wurde geprüft, eine Zyste wurde entfernt, es wurden Hormone kontrolliert, Chlamydien und Schilddrüsen getestet und es wurde mit mir gesprochen, ich wurde beraten und wir waren auf Augenhöhe mit unserem Arzt. Frustrierend war jedoch die Tatsache, dass bei mir alles in Ordnung war, es jedoch trotzdem nicht funktionieren wollte. Monat für Monat waren wir jetzt schon dran und ich war langsam wieder frustriert und traurig. Neuer Mann, neues Glück, aber kein Baby! Jetzt war es jedoch mein Mann, der sehr zuversichtlich war und mich immer wieder aufgebaut hat.
Ein weiteres Jahr ging ins Land und es geschah absolut gar nichts. Meine Mens kam so pünktlich wie die Schweizer Bundesbahn. Gemeinsam mit Arzt, Coach und meinem Mann habe ich dann entschieden, dass wir es erst mal mit einer Insemination versuchen. Heute kann ich nur den Kopf schütteln. Nach 9 Jahren die erste Insemination! Leider hat das nicht funktioniert, auch die 2. Insemination brachte keinen Erfolg.
Jetzt war es an der Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen. Da mein Gynäkologe Grieche war, haben wir uns sofort für eine Klinik in Griechenland entschieden. Wir flogen dahin und haben uns die Klinik angeschaut. Es war eine wunderbare Erfahrung. Wir wurden ernst genommen, wir fühlten uns sehr gut aufgehoben, aufgeklärt und begleitet. Ich habe mich nicht mehr als Exotin gefühlt und niemand hat auch nur einmal gesagt: „das wird schon werden".
So haben wir uns für die erste ICSI entschieden. Und du kannst dir sicher denken, wie happy ich war: Der Test war positiv. Zum ersten Mal hielt ich einen positiven SS-Test in der Hand. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen. Jetzt konnte nichts mehr schiefgehen. Der 2. Untersuch beim Gynäkologen hat dann allerdings gezeigt, dass das Herz des kleinen Fötus nicht mehr schlug. Und der Untersuch des Embryos hat die Tatsache ans Licht gebracht: Trisomie 18. Das Baby hatte keine Chance. Ich war am Boden zerstört. Wie konnte das passieren? Wer war da draußen gegen mich? Warum wurden alle anderen um mich herum einfach sofort schwanger, nur ich nicht? Heute, mit meinem Job weiß ich: es ist längst nicht selbstverständlich, dass es einfach so einschlägt. Aber keine Frau, die zu mir kommt, empfindet ihre Situation als gewöhnlich. Jede empfindet es als fies und gemein, dass es ausgerechnet bei ihr nicht klappen will.
Zusammen mit der griechischen Klinik haben wir uns dann entschieden, keinen weiteren Versuch ohne eine PGT-A zu machen. Also ein Untersuch des Embryos. Wenn ich wieder schwanger werden sollte, dann mit einem gesunden Embryo. Wir haben darum einen weiteren Aufenthalt in Griechenland geplant und ich wurde wieder schwanger mit der 2. ICSI und es hatte dann leider nicht funktioniert. Also weiter, Versuch Nummer 3! Treffer! Ich war schwanger und ich bin es auch geblieben. Ich durfte zum ersten Mal sehen, wie mein Bauch wächst, spüren, wie das kleine Würmchen in meinem Bauch zappelt, und ich konnte mein Glück fast nicht fassen.

„Ich durfte zum ersten Mal sehen, wie mein Bauch wächst."
Jahre ungewollt kinderlos
Jahre bis zur ersten Insemination
Inseminationen
ICSI in Griechenland
Diagnosen bei ihr
Kinder
Bei Tanja fand sich kein Befund, der erklärt hätte, warum es nicht klappt. Erst nach neun Jahren wurde überhaupt behandelt. Was auf ihrem Weg dann doch untersucht und versucht wurde:
Bei einer Insemination wird der aufbereitete Samen zum Zeitpunkt des Eisprungs direkt in die Gebärmutter gegeben. Der Eingriff ist klein, die Belastung gering, und die Befruchtung passiert wie sonst auch im Körper.
Ihre erste kam nach neun Jahren Kinderwunsch. „Heute kann ich nur den Kopf schütteln.“ Zwei Versuche, keiner davon erfolgreich.
Bei einer ICSI wird eine einzelne Samenzelle im Labor direkt in die Eizelle gespritzt. Vorher reifen mehrere Eizellen durch eine Hormonbehandlung heran und werden entnommen. Der befruchtete Embryo wird nach einigen Tagen zurückgesetzt.
Drei ICSI in einer Klinik in Griechenland. Die erste führte zu ihrem ersten positiven Test, die zweite blieb ohne Erfolg, die dritte trägt heute ihren Namen als Familie.
Die PGT-A ist eine Untersuchung des Embryos vor dem Transfer. Sie zeigt, ob die Chromosomen vollständig und richtig verteilt sind. Fehlt eines oder ist eines zu viel, wie bei einer Trisomie, hat der Embryo meist keine Chance.
Nach der Trisomie 18 hat sie gemeinsam mit der Klinik entschieden, keinen weiteren Versuch ohne PGT-A zu machen. „Wenn ich wieder schwanger werden sollte, dann mit einem gesunden Embryo.“
Heute, mit meinem Job weiß ich: es ist längst nicht selbstverständlich, dass es einfach so einschlägt. Aber keine Frau, die zu mir kommt, empfindet ihre Situation als gewöhnlich. Jede empfindet es als fies und gemein, dass es ausgerechnet bei ihr nicht klappen will.
Wenn ich heute meinen Kundinnen einen Rat gebe, dann denjenigen nicht aufzugeben, solange sie können und auch die Kraft dazu haben. Es lohnt sich hier mehr als eine Extrameile zu gehen. Und keine der Kinderwunsch-Frauen hätte am Schluss das Baby im Arm, das sie hat, wenn sie nicht den Weg gegangen wäre.
Endlich hörte mir jemand zu und ließ mich nicht einfach stehen, mit den Worten: „Das wird schon!“
Tanja hat ihren Kinderwunsch jahrelang geheim gehalten, und weiß bis heute nicht mehr, warum eigentlich. „Man“ redet einfach nicht darüber. Heute ist sie 100 % anderer Meinung: Man muss darüber reden. Es hat sie in all den Jahren nur einsamer gemacht.
„Nur Geduld, das braucht halt seine Zeit“ und „mit 35 haben Sie noch genügend Zeit“: Diese Sätze haben Tanja Jahre gekostet. Sie ist bis heute wütend darüber, dass sie das Glück nicht früher selbst in die Hand genommen und den Arzt gewechselt hat. Wenn dich jemand nicht ernst nimmt, such dir jemand anderen.
Ihre Kinderwunsch-Beraterin war die Erste, die zuhörte, statt zu vertrösten. Sie nahm Tanjas Sorgen ernst, und gemeinsam haben sie Wege gesucht, die ihr halfen, wieder klarer zu sehen. Niemand sollte diese Jahre allein durchstehen.
Ihr Rat an ihre Kundinnen: nicht aufgeben, solange man kann und die Kraft dazu hat. Es lohnt sich, mehr als eine Extrameile zu gehen. Denn keine hätte am Schluss das Baby im Arm, das sie hat, wenn sie den Weg nicht gegangen wäre.
Tanja liest jede Postkarte selbst. Sie weiß besser als die meisten, wie es ist, wenn einem niemand zuhört.
An: Tanja
Kinderwunsch-Kämpferin
Kinderwunsch-Coach · Schweiz

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Kinderwunsch-Kämpferin
Zwölf Jahre, zwei Länder und immer nur ein Embryo. Heute ist Maria dreifache Jungsmama, mit einem Wunsch, der bleibt.

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Kinderwunsch-Kämpferin
Mit 18 die Diagnose vorzeitige Wechseljahre, dann Jahre der Dunkelheit. Über eine Eizellspende in Bratislava kam ihre Tochter Alica.
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