Hallo, ich bin Melanie.
Unfruchtbarkeit ist ein Thema, das viele Frauen in ihrer Lebensplanung nie berücksichtigen. Es ist ein steiniger Weg, der mit vielen Herausforderungen, Rückschlägen und Enttäuschungen gepflastert ist. Aber auch ein Weg, der mit Hoffnung, Durchhaltevermögen und letztlich dem größten Geschenk meines Lebens gekrönt wurde: meiner Tochter.
Diagnose mit 18, im Jahr 2008
Mit 18 Jahren bereits in den Wechseljahren [vorzeitige Ovarialinsuffizienz], keine Chance auf eine natürliche Schwangerschaft
Fünf Jahre auf natürlichem Weg, dann Eizellspende in Bratislava, im ersten Versuch erfolgreich
Tochter Alica, geboren am 02.09.2020
Angekommen · endlich Familie, zu dritt mit Philipp und Alica
Melanie erzählt ihren Weg vom Schock mit 18 bis zum Tag, an dem sie ihre Tochter im Arm hielt. Ehrlich, mit allen Tiefen.
Es begann im Jahr 2007, als ich 17 Jahre alt war. Ich hatte die Pille abgesetzt, um eine andere Form der Verhütung zu finden, und dachte, es würde eine Weile dauern, bis sich mein Zyklus ohne die Pille einpendelte. Doch als Monate vergingen und ich immer noch keine Periode hatte, machte ich mir langsam Sorgen. Ein Jahr später, als sich immer noch nichts änderte, beschloss ich, einen Arzt aufzusuchen.
Meine Frauenärztin führte einen Hormonstatus durch, und nur zwei Tage später erhielt ich einen Anruf, dass ich sofort wieder in die Praxis kommen solle. Als ich dort ankam, konnte ich noch nicht ahnen, dass dieser Termin mein Leben für immer verändern würde. Die Ärztin sagte mir in einem sehr nüchternen Ton, dass ich mit 18 Jahren bereits in den Wechseljahren sei und nie in der Lage sein würde, auf natürlichem Weg Kinder zu bekommen. Ihre Worte waren wie ein Schlag in die Magengrube. Es war die Art und Weise, wie sie mir diese Nachricht überbrachte, die mich besonders traf, ohne Mitgefühl, ohne Rücksicht auf meine Gefühle. Ich saß dort wie gelähmt und konnte nicht fassen, was ich gerade gehört hatte.
Die nächsten Monate waren für mich die schwersten meines Lebens. Ich versank in eine tiefe Depression. Die Diagnose Unfruchtbarkeit, insbesondere die Tatsache, dass ich keine eigenen Kinder bekommen konnte, stürzte mich in eine emotionale Krise. Ich fühlte mich als Frau unvollständig, wertlos und leer. Es war eine Zeit, in der ich versuchte, zu funktionieren, aber innerlich völlig zerbrach. In dieser Phase gab ich mir selbst keine Chance auf Glück, denn der Schmerz und die Enttäuschung überwogen alles andere. Es dauerte lange, bis ich überhaupt wieder in der Lage war, mich mit meiner Diagnose auseinanderzusetzen. Der Verlust meines Kinderwunsches fühlte sich an wie ein Verlust meiner eigenen Identität. Ich begann, Medikamente gegen meine Depressionen zu nehmen, um wenigstens meinen Alltag irgendwie zu bewältigen. Aber der Wunsch nach einem Kind blieb immer präsent, auch wenn er in den Hintergrund trat. Die Reaktionen meines Umfelds waren oft unverständlich. Einige meinten es gut, doch ihre Aussagen über „es sei noch nicht zu spät" oder „du kannst immer noch adoptieren" fühlten sich für mich wie schmerzhafte Abwertungen an. Niemand verstand wirklich, was in mir vorging, und ich fühlte mich immer mehr isoliert. Es war schwer, über meine Ängste zu sprechen, und ich hielt vieles für mich, aus Angst, noch mehr verletzt zu werden.
Es vergingen Jahre, in denen ich versuchte, mich mit meiner Situation abzufinden, doch der Wunsch nach einem eigenen Kind blieb. Dann trat Philipp in mein Leben. Mit ihm an meiner Seite erlebte ich zum ersten Mal in langer Zeit wieder Hoffnung und Vertrauen. Schon zu Beginn unserer Beziehung war ich offen und ehrlich über meine Unfruchtbarkeit und die Herausforderungen, die wir gemeinsam auf uns nehmen würden, wenn wir Kinder haben wollten. Zu meiner Erleichterung war er einfühlsam und unterstützte mich ohne jegliche Vorbehalte. Es war ein unglaubliches Gefühl zu wissen, dass er mich bedingungslos liebte, unabhängig von meiner Fruchtbarkeit. Mit ihm begann ich, alternative Methoden auszuprobieren, um vielleicht doch noch eine natürliche Schwangerschaft zu erreichen. Ich begann, mich mit ätherischen Ölen, Vitaminen und alternativen Heilmethoden auseinanderzusetzen. Diese Dinge gaben mir das Gefühl, etwas kontrollieren zu können, auch wenn sie nicht die erhoffte Schwangerschaft brachten. Doch sie halfen mir, mich besser zu fühlen und nicht aufzugeben.
Trotz all meiner Bemühungen blieb der Wunsch nach einem eigenen Kind unerfüllt. Philipp und ich versuchten es fünf Jahre lang auf natürlichem Weg, aber ohne Erfolg. Schließlich kamen wir zu dem Schluss, dass wir den Weg einer Kinderwunsch-Behandlung einschlagen mussten. Wir recherchierten und begannen, uns mit verschiedenen Kliniken auseinanderzusetzen. Es war eine schwere Entscheidung, da wir wussten, dass dieser Weg alles andere als einfach werden würde. Unser erster Versuch führte uns in eine Klinik in Prag. Doch die Erfahrung war enttäuschend. Die Klinik war altmodisch, unpersönlich und der gesamte Ablauf fühlte sich wie ein unaufhörliches Verkaufsgespräch an. Wir wurden gedrängt, sofort eine Behandlung zu beginnen, ohne genügend Zeit für Überlegungen. Wir fühlten uns unwohl und entschieden uns nach diesem Termin, nie wieder dorthin zurückzukehren.
Wir gaben jedoch nicht auf und machten uns auf die Suche nach einer anderen Klinik. Schließlich stießen wir auf die Iscare Klinik in Bratislava, die einen guten Ruf hatte und die Behandlungsmethoden klar und einfühlsam darlegte. Nach einigen E-Mails und Telefonaten bekamen wir einen Termin zum Erstgespräch. Im September 2019 war es dann endlich so weit, wir fuhren nach Bratislava. Die Klinik war modern und gut ausgestattet, was uns sofort Vertrauen gab. Die Ärztinnen und Schwestern waren herzlich und verständnisvoll, was den gesamten Prozess sehr viel angenehmer machte. Wir fühlten uns von Anfang an gut aufgehoben. In dem Gespräch wurden alle Schritte des Verfahrens erklärt, und es wurde uns versichert, dass wir in guten Händen seien. Nach der gynäkologischen Untersuchung und der Klärung der Anforderungen an die Spenderin fühlten wir uns sicher und entschieden, die Behandlung dort fortzusetzen. Die Klinik informierte uns, dass es etwa drei Monate dauern würde, bis eine passende Spenderin gefunden würde. Diese Nachricht war ein weiterer Hoffnungsschimmer.

Melanie und Philipp, später im Babybauch-Glück.
Die Zeit verging, und plötzlich, nach nicht einmal anderthalb Monaten, erhielten wir einen Anruf aus der Klinik: Eine passende Spenderin war gefunden worden. Dieser Moment war überwältigend. Ich konnte es kaum glauben, und gleichzeitig war ich voller Aufregung und Nervosität. In der Zwischenzeit begann ich, mit einer Hormoneinnahme den sogenannten Probezyklus zu starten. Es ging darum, zu überprüfen, ob sich meine Gebärmutterschleimhaut ausreichend aufbaute, um ein Embryo aufzunehmen. Der Probezyklus verlief problemlos. Die Ärzte waren mit dem Fortschritt sehr zufrieden, und wir gingen in die nächste Phase. Nun stand der echte Zyklus an, und die Eizellenspende wurde vorbereitet. Die Eizellen der Spenderin wurden entnommen und mein Mann gab sein Sperma ab. Fünf lange Tage des Wartens folgten. Gefühlt 1000 Fragen in meinem Kopf: Haben die Eizellen gute Qualität, wie sieht es mit dem Sperma meines Mannes aus, wie viele Eizellen lassen sich befruchten, wie viele werden sich weiterentwickeln. Die Klinik hielt uns jeden Tag auf dem Laufenden, und darüber bin ich ihnen noch heute sehr dankbar. Ich denke, meine Nerven hätten das sonst nicht ausgehalten. Täglich wurden wir informiert, wie viele sich befruchten ließen und wie viele sich weiterentwickeln. Und es sah richtig großartig aus. Am fünften Tag erhielten wir die erlösende Nachricht: Es gab sechs befruchtete Eizellen. Eine davon war eine wunderschöne Blastozyste und hört seit dem 02.09.2020 auf den Namen Alica. Mir wurde die Blastozyste eingesetzt und ich musste 14 Tage auf die Blutabnahme zum Schwangerschaftstest warten. Ich fühlte mich, als würde mein Herz jeden Moment aus meiner Brust springen. Schließlich war der Tag der Blutabnahme gekommen.
Da wir nicht extra nach Bratislava fahren wollten, ließ ich den Bluttest in Österreich durchführen. Mein Mann holte den Befund ab, da ich arbeiten musste. Als er mich anrief, öffneten wir den Brief gemeinsam am Telefon. Der HCG-Wert war hoch, ein klares Zeichen, dass ich schwanger war! Wir waren überglücklich. In diesem Moment wusste ich, dass all der Schmerz, all die Enttäuschungen und all die Rückschläge sich endlich ausgezahlt hatten. Ich war schwanger!

Der Moment, den sie zu zweit getragen haben.
Doch der Weg zum großen Glück war noch nicht ganz zu Ende. In den ersten Wochen der Schwangerschaft hatte ich Blutungen, und die Ängste, das Baby zu verlieren, waren allgegenwärtig. Aber meine kleine Alica hatte einen unglaublichen Willen und kämpfte sich durch. Die restliche Schwangerschaft verlief problemlos, und ich konnte mich endlich auf das konzentrieren, was vor mir lag: mein Kind.

September 2020: ihre Tochter Alica.
Jahre alt bei der Diagnose
Jahre auf natürlichem Weg
Kliniken: Prag und Bratislava
befruchtete Eizellen
Versuch, sofort erfolgreich
Tochter: Alica
Was Melanie mit 18 gesagt wurde, verstehen viele in dem Alter noch gar nicht. Drei Begriffe, die ihren Weg bestimmt haben.
Von vorzeitigen Wechseljahren spricht man, wenn die Eierstöcke ihre Funktion lange vor der Zeit einstellen, oft schon vor dem 40. Lebensjahr. Bei Melanie geschah das mit 18. Eine natürliche Schwangerschaft ist dann nicht mehr möglich, weil keine eigenen Eizellen mehr heranreifen.
Mit 18 hörte sie in einem nüchternen Ton, dass sie bereits in den Wechseljahren sei und nie auf natürlichem Weg Kinder bekommen könne.
Bei einer Eizellspende stellt eine Spenderin ihre Eizellen zur Verfügung, die mit dem Samen des Partners befruchtet werden. In Deutschland ist das nicht erlaubt, deshalb gehen viele Paare dafür ins Ausland. Der entstandene Embryo wird der Wunschmutter eingesetzt.
Melanie und Philipp fanden ihre Klinik in Bratislava. Nach nicht einmal anderthalb Monaten war eine passende Spenderin gefunden.
Eine Blastozyste ist ein Embryo, der sich fünf Tage nach der Befruchtung entwickelt hat. In diesem Stadium hat er die besten Chancen, sich einzunisten, weshalb er dann in die Gebärmutter übertragen wird.
Von sechs befruchteten Eizellen war eine eine wunderschöne Blastozyste. Sie trägt seit dem 02.09.2020 den Namen Alica.
Im September 2020 war es dann endlich so weit: Ich hielt meine Tochter in den Armen. Der Moment, in dem ich sie zum ersten Mal sah, war der schönste meines Lebens. Unsere Familie war nun vollständig.
Es war der Lohn für all die Jahre des Wartens, des Hoffens und des Kämpfens. Ich fühlte mich endlich ganz, endlich erfüllt.
Mit Philipp an meiner Seite erlebte ich zum ersten Mal in langer Zeit wieder Hoffnung und Vertrauen.
Die verletzendsten Momente kamen für Melanie nicht von der Diagnose selbst, sondern von der Art, wie mit ihr geredet wurde. „Es ist noch nicht zu spät“ oder „du kannst adoptieren“ fühlten sich wie Abwertungen an. Wer eine Betroffene begleitet: hör zu, statt zu trösten.
Die erste Klinik in Prag fühlte sich für Melanie wie ein einziges Verkaufsgespräch an, sie wurde gedrängt und ist nie zurückgekehrt. In Bratislava fühlte sie sich vom ersten Moment an gut aufgehoben. Vertrau deinem Gefühl bei der Wahl der Klinik.
Ätherische Öle, Vitamine, alternative Heilmethoden: Melanie weiß, dass ihr das keine Schwangerschaft gebracht hat. Aber es gab ihr das Gefühl, etwas selbst in der Hand zu haben, und half ihr, nicht aufzugeben.
Jahre der Diagnose, der Depression und der Fehlversuche liegen hinter ihr. Ihr Weg zeigt: So steinig er auch ist, das größte Geschenk kann am Ende trotzdem stehen.
Gerade in den dunklen Phasen hilft ein Zeichen von außen. Melanie liest jede Postkarte und meldet sich, wenn du magst.
An: Melanie
Kinderwunsch-Kämpferin
Iscare · Bratislava

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Nach der Krebserkrankung ihres Mannes, einer viel zu frühen Geburt und dem Abschied von Tochter Josie: ein kleiner Kämpfer namens Jonah und bald ein Regenbogenmädchen.

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Kinderwunsch-Kämpferin
Mit einem Ullrich-Turner-Syndrom von Geburt an unfruchtbar. Über eine Eizellspende in Prag kam ihre Tochter Elea, im ersten Versuch.
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