Kinderwunsch-Kämpferin · Ihre Geschichte

Alex

Von Geburt an unfruchtbar. Und heute Mama.

Hallo, ich bin Alex.

Mit einem Ullrich-Turner-Syndrom stand für mich schon als Kind fest, dass ich niemals auf natürlichem Weg schwanger werde. Lange dachte ich, mein Lebensentwurf mit Mann und Kindern sei nicht umzusetzen. Falsch gedacht. Hier erzähle ich, wie aus diesem Satz doch noch meine Familie wurde.

Reisebeginn

Diagnose mit sechs Monaten

Diagnosen

Ullrich-Turner-Syndrom, dadurch von Geburt an unfruchtbar [keine natürliche Schwangerschaft möglich]

Behandlungen

Eizellspende bei Europe IVF in Prag, im ersten Versuch erfolgreich

Größtes Wunder

Tochter Elea, geboren am 29.04.

Aktuelle Station

Angekommen · ihre kleine Familie ist komplett

Ihr Weg

Vom „niemals" zu Elea.

Alex hat ihren Weg selbst aufgeschrieben, von der Diagnose in der Kindheit bis zu dem Moment, in dem sie den positiven Test in den Händen hielt.

Moment 01 · Die Diagnose

Ein Wort, das ich mit zehn verstand

Mit ca. sechs Monaten wurde bei mir das Ullrich-Turner-Syndrom diagnostiziert. Für meine Eltern erst einmal ein riesiger Schock. Für mich hieß das eine normale Kindheit, bis auf die Tatsache, dass ich regelmäßiger zum Arzt musste als andere Kinder. Je älter ich wurde, desto neugieriger wurde ich, und ich fing an, Fragen zu stellen. Mit 10 Jahren kam dann der Tag X, an dem meine Mutter mir in leicht verständlichen Worten eröffnete, dass ich auf natürliche Weise nicht schwanger werden kann. Der Schock saß tagelang tief in mir und ich fragte mich immer wieder „Warum ich?".

„Warum ich?" Diese Frage begleitete sie lange.

Moment 02 · Die dunkle Zeit

Und immer dieser eine Satz

Das Ausmaß der Tatsache, unfruchtbar zu sein, zog Depressionen, Suizidgedanken und viele andere psychische Belastungen mit sich. Irgendwann kam ich an einen Punkt, an dem ich das nicht mehr selbst bewältigen konnte. Mein bester Freund unterstützte mich bei der Suche nach psychologischer Hilfe. Die Therapie war schwierig, aber notwendig. Ich hatte Gott sei Dank immer ein unglaublich vielfältiges Netz an Vertrauenspersonen um mich herum, die mich auffingen, wenn es sein musste. Aber ein Satz war bei all diesen Personen immer allgegenwärtig: „Warte ab, irgendwann wirst Du Deine Familie haben." Natürlich fiel mir das damals schwer zu glauben.

Moment 03 · Meine Familie

Ein Mann, und sein Sohn

Die Jahre vergingen, und ich lernte meinen Mann kennen. Für mich war ziemlich schnell klar, dass das der Mann ist, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen möchte. Zu diesem Mann gehörte aber noch sein damals eineinhalbjähriger Sohn, denn er war mehr als nur Mann. In allererster Linie ist er Vater. Ich entschied mich für ihn und damit für seinen Sohn, den ich seit Sekunde eins abgöttisch liebe. Nun hatte ich meine kleine Familie. Wir leben zusammen und ich schlüpfte in die Mutterrolle und nahm die Herausforderungen an, die ein Leben als Patchwork-Familie mit sich bringen kann.

Unterwegs mit ihren Liebsten.

Moment 04 · Der Kinderwunsch

Der Traum von zwei Kindern

Trotz allem hatte ich immer im Hinterkopf, dass ich immer von zwei Kindern geträumt habe, ein Junge und ein Mädchen. Mein Mann wusste von meiner Idealvorstellung und teilte den Kinderwunsch. Wir fingen an, uns zu informieren und beraten zu lassen. So sind wir auf ein Forum für den allgemeinen Kinderwunsch gestoßen, in dem man sich kostenlos und anonym austauschen kann. Mein Mann hatte zunächst große Bedenken bezüglich der Eizellspende, da gewisse Risiken damit verbunden sind. Wir inhalierten förmlich jeden Beitrag und entschieden uns dann nach langem Hin und Her, diesen Weg zumindest zu probieren.

Zu zweit, mit demselben Traum von zwei Kindern.

Moment 05 · Prag

Unsere Klinik in Tschechien

Da wir aus der Nähe von München sind, war ziemlich schnell klar, dass unsere Klinik die Europe IVF in Prag ist. Wir vereinbarten für Februar 2022 den ersten Online-Termin. Danach ging eigentlich alles Schlag auf Schlag: Die Voruntersuchungen wurden von uns in Deutschland unkompliziert erledigt und die Ergebnisse per E-Mail nach Prag geschickt, eine geeignete Spenderin war schnell gefunden. Bis hierhin lief alles reibungslos, wäre da nicht die Kostenproblematik. Für uns war klar: maximal 3 Versuche. Entweder es soll sein und es klappt, oder nicht.

Das Wunderbarste an Wundern ist, dass sie manchmal wirklich geschehen.
Alex, Kinderwunsch-Kämpferin
Moment 06 · Mai 2022

Ein Geschenk des Himmels

Im Mai 2022 erhielten wir ein Geschenk des Himmels, das uns nur noch mehr signalisierte, dass wir es unbedingt versuchen sollen. Meine Firma launchte ein Projekt für all diejenigen, die auf normalem Weg keine Familie gründen können und sich für Adoption oder künstliche Befruchtung entscheiden. Jeder Mitarbeiter, der nachweisbar diesen Weg geht, bekam einen Betrag zur Verfügung gestellt, mit dem er sich diesen Wunsch erfüllen kann. Ich habe geweint vor Glück und Dankbarkeit. Das ist einer dieser Momente, die man nie vergisst.

Moment 07 · Die Behandlung

Drei Reisen nach Prag

Wir entschieden uns für eine Spenderin, wir beide mussten noch verschiedene Untersuchungen machen und medikamentös vorbereitet werden. Auch mein Mann wurde genauestens durchgecheckt. Vor Ort in Prag waren wir insgesamt dreimal: einmal wurde der sogenannte ERA-Test bei mir gemacht, einmal hat mein Mann sein Sperma abgegeben, und dann der Tag des Transfers. Der ERA-Test war schmerzhaft, weil eine Probe der Schleimhaut entnommen wird, aber aushaltbar. Der Transfer selbst ging unglaublich schnell und schmerzfrei über die Bühne. Nun hieß es warten. Bereits fünf Tage nach dem Transfer spürte ich ein kräftiges, etwa zwei Minuten andauerndes Ziehen im Unterleib. Ich wusste instinktiv sofort, dass dies der Einnistungsschmerz sein muss, von dem viele reden.

Das erste Ultraschallbild ihres Wunders.

Moment 08 · Der Test

Unser Eisbärchen hielt sich fest

Unser kleines Wunder, oder auch Eisbärchen genannt, wegen der Kryokonservierung, biss sich fest, und ich durfte zwei Wochen nach dem Transfer einen positiven Schwangerschaftstest in meinen Händen halten. Der Gedanke an diesen Moment treibt mir jetzt noch die Tränen in die Augen. Es hatte geklappt. Gleich beim ersten Mal. Vier Wochen später war mein erster Frauenarzttermin zur Bestätigung der Schwangerschaft und dem ersten Ultraschall. Ich durfte zum ersten Mal unser Würmchen sehen. Ich nahm mit zitternden Händen meinen Mutterpass entgegen und wartete wieder, dieses Mal bis die ersten kritischen zwölf Wochen vorbei waren.

Gleich beim ersten Versuch hatte es geklappt.

Moment 09 · Die Schwangerschaft

In der 13. Woche erzählten wir es

In der 13. Woche war es dann an der Zeit, Familie und Freunden von unserem Wunder zu erzählen. Wir haben uns dazu entschlossen, diesen Weg ganz für uns allein, als Paar, zu gehen, um Fragen wie „Und? Bist Du jetzt schwanger?" aus dem Weg zu gehen. Alle haben sich gefreut und konnten gar nicht fassen, dass es trotz aller Hindernisse doch geklappt hat und mein Traum von zwei Kindern wahr geworden ist. Die Schwangerschaft verlief komplikationslos, bis auf eine hartnäckige Übelkeit, die mich lange begleitet hat. Aber was nimmt man bekanntlich nicht alles in Kauf.

Ihr wunderschöner Babybauch.

Moment 10 · Elea

Am 29.04. war sie da

Die Kleine wurde unplanmäßig am 29.04. geholt, weil meine Leberwerte katastrophal waren. Um mich und die Kleine nicht zu gefährden, hat man sich entschieden, sie früher zu holen. Sie war 48 cm groß, 2640 Gramm leicht und hatte 35 cm Kopfumfang. Ihr Name ist Elea, und sie ist ein kerngesundes und absolut braves, pflegeleichtes Mädchen. Wir sind ganz verliebt.

Hello World: Elea, 29. April.

Ihre Reise in Zahlen
6

Monate alt bei der Diagnose

10

Jahre alt, als sie die Wahrheit erfuhr

3

geplante Versuche, maximal

1

Versuch, und es klappte

2

Wochen bis zum positiven Test

1

Tochter: Elea

Alex Diagnostik

Was das Turner-Syndrom bedeutet.

Alex trägt ihre Diagnose seit dem Babyalter mit sich. Zwei Begriffe erklären ihren Weg, und warum eine Eizellspende für sie der richtige war.

Das Ullrich-Turner-Syndrom betrifft ausschließlich Mädchen und Frauen: Ein X-Chromosom fehlt ganz oder teilweise. Eine der Folgen ist, dass die Eierstöcke sich nicht normal entwickeln, sodass eine natürliche Schwangerschaft in aller Regel nicht möglich ist.

Bei Alex

Mit etwa sechs Monaten diagnostiziert. Mit zehn Jahren erfuhr sie, dass sie auf natürlichem Weg nie schwanger werden kann.

Weil eine Frau mit Turner-Syndrom in aller Regel keine eigenen Eizellen hat, ist die Eizellspende der Weg zum Kind: Eine Spenderin gibt ihre Eizellen, die im Labor mit dem Samen des Partners befruchtet werden. In Deutschland ist das verboten, viele Paare weichen deshalb ins benachbarte Ausland aus.

Bei Alex

Ihre Klinik war die Europe IVF in Prag. Eine passende Spenderin war schnell gefunden, und schon der erste Transfer führte zur Schwangerschaft.

Der ERA-Test bestimmt das ideale Zeitfenster für den Embryotransfer. Dafür wird eine kleine Probe der Gebärmutterschleimhaut entnommen und untersucht, damit der Embryo genau dann eingesetzt wird, wenn die Einnistungschance am größten ist.

Bei Alex

Der ERA-Test war schmerzhaft, aber auszuhalten. Der Transfer selbst ging schnell und schmerzfrei. Fünf Tage später spürte sie ein Ziehen, den Einnistungsschmerz.

Bei Alex
Bei Alex
Wo sie heute steht

Ihr Traum, doppelt erfüllt.

Im Zuge der Pränataldiagnostik haben wir auch das Geschlecht unseres Babys erfahren: Mein Traum ist in zweifacher Hinsicht in Erfüllung gegangen. Ich bin nicht nur schwanger geworden mit unserem zweiten Kind, es wird auch noch ein Mädchen.

Die Kleine wurde etwas früher geholt. Sie ist ein kerngesundes und absolut braves Mädchen, und wir sind ganz verliebt.

Für ihn habe ich mich entschieden, und damit für seinen Sohn, den ich seit Sekunde eins abgöttisch liebe.

Alex über ihre Patchwork-Familie
Bewegte Momente

Alex' Mediathek.

Alex zu Gast im Interview und im Gespräch über ihren Weg zum Wunschkind.

Im Gespräch

Ein Dankeschön von Claudia

Was bleibt

Was Alex dir mitgeben möchte.

Als das Ausmaß ihrer Unfruchtbarkeit greifbar wurde, brachte das Alex an einen Punkt, den sie allein nicht bewältigen konnte. Ihr bester Freund half ihr, psychologische Hilfe zu finden. Die Therapie war schwierig, aber notwendig. Sich Hilfe zu holen, ist kein Schwächezeichen.

Alex und ihr Mann sind den Weg bewusst ganz allein gegangen, als Paar, ohne es dem Umfeld zu erzählen. Sie wollten Fragen wie „Hat es geklappt?“ aus dem Weg gehen und selbst entscheiden, wann und mit wem sie reden. Es ist eure Reise, ihr bestimmt das Tempo.

Mitten in der Behandlung kam über den Arbeitgeber eine Förderung, die den Weg finanziell erst möglich machte. Es lohnt sich, alle Möglichkeiten zu prüfen, auch dort, wo man sie nicht vermutet.

Ein weiser Mann hat einmal gesagt, dass das Wunderbarste an Wundern ist, dass sie manchmal wirklich geschehen. Alex ist der lebende Beweis. Trau dich, diesen Weg zu gehen.

Ich wünsche Euch, dass Ihr an Wunder glaubt und Euch traut, diesen Weg zu gehen.
Alex, an alle Kämpferinnen
Schreib ihr gern

Eine Postkarte an Alex.

Liebe Alex,

Schreib Alex, was dir auf dem Herzen liegt. Über ein aufmunterndes Wort freut sie sich, und sie antwortet, wenn du magst.

An: Alex

Kinderwunsch-Kämpferin

Europe IVF · Prag

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