Hallo, ich bin Maria.
Unter normalen Umständen und für die meisten Paare ist der Kinderwunsch ein kurzer Gedanke, der ohne Weiteres in die Realität umgesetzt wird. Wenn aus dem Kinderwunsch aber eine unerfüllte Sehnsucht wird, dann ist das scheinbar Normalste auf der Welt plötzlich ganz weit entfernt. Oft bestimmt der Kinderwunsch den ganzen Alltag und es wird schwer, an etwas anderes zu denken. So war es zumindest bei mir.
Rund zwölf Jahre Kinderwunsch
Eingeschränktes Spermiogramm, nicht voll funktionstüchtige Eileiter, schwache Reaktion auf die Stimulation
Mehrere Behandlungen in Teplice und Leipzig, immer nur ein Embryo je Transfer [1 Fehlgeburt]
Drei Söhne, geboren 2016, 2019 und 2023
Im Kontakt mit einem deutschen Arzt im Ausland · der Wunsch nach einer Tochter bleibt
Maria teilt ihre Geschichte, nicht ihr Gesicht. Sie möchte unerkannt bleiben, deshalb sind alle Bilder in ihrer Geschichte von einer KI erzeugt und zeigen keine realen Personen.
Maria erzählt hier, wie aus zwölf Jahren, zwei Ländern und immer nur einem Embryo am Ende drei Söhne wurden.
Ziemlich früh wusste ich, dass ich mal Mutter werden will. Zwei Kinder sollten es werden, mindestens. Am besten ein Junge und ein Mädchen. Beim Studium lernte ich meinen Mann kennen und nach drei Jahren Beziehung war es dann soweit: Wir konnten uns vorstellen, ein Baby zu bekommen! Alle Verhütungsmittel wurden abgesetzt und es passierte… nichts!
Nach längerem „Probieren" der erste Check-Up beim Frauenarzt und ziemlich zeitnah auch die Überweisung ans Kinderwunsch-Zentrum. Wir entschieden uns für eine Klinik in Leipzig. Als erstes stehen hier sämtliche Hormon-Tests, Ultraschall-Untersuchungen und Spermiogramme auf dem Plan. Letzteres war nicht sonderlich berauschend und wurde als erste Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch festgemacht. Es folgte außerdem eine Bauchspiegelung mit Durchlässigkeitsprüfung der Eileiter. Diesen Eingriff habe ich als sehr schmerzhaft in Erinnerung. Letztendlich stellte man hierbei aber fest, dass wohl auch die Eileiter nicht mehr voll funktionstüchtig sind. Man riet uns also schnell zu einer künstlichen Befruchtung. Da wir aber noch recht jung und nicht verheiratet waren, hätten wir die Kosten selbst tragen müssen, zu diesem Zeitpunkt leider unmöglich.

Die Bauchspiegelung brachte die zweite Ursache ans Licht.
Anfang 2015, wir probierten es nun schon über zwei Jahre auf natürlichem Weg, informierten wir uns online über günstigere Alternativen und entschieden uns kurzerhand in eine Klinik im tschechischen Teplice zu fahren, um dort einen ersten Versuch zu wagen. Hier waren die Kosten zu diesem Zeitpunkt etwas geringer als in Deutschland und wir hatten mittlerweile auch etwas angespart. Da sich die Klinik nicht weit entfernt von Deutschland befindet, war man auf deutsche Patienten eingestellt und es gab kaum Sprachbarrieren. In der Klinik an sich haben wir uns weitestgehend wohlgefühlt, wenn das in diesem Zusammenhang überhaupt der richtige Ausdruck ist. Denn etwas wirklich „Schönes" konnte ich der Welt der Kinderwunsch-Zentren nie abgewinnen. Grundsätzlich braucht man eigentlich „nur" zwei Sachen: extrem viel Vertrauen und Geld.
Aufgrund meiner Hormonwerte konnte man ahnen, dass ich, im Gegensatz zu anderen jungen Frauen, recht schlecht auf die Hormonspritzen reagieren würde. Ich musste mir nun also nach einem bestimmten Plan über mehrere Tage selbst Spritzen in den Bauch geben. Danach folgte nach ca. 10 Tagen die Entnahme der Eizellen (Punktion). Wie zu erwarten, waren es sehr wenig Eizellen und letztendlich nur ein(!) Embryo, der ein paar Tage später eingesetzt wurde. Nach diesem ersten Versuch kam es zu keiner Schwangerschaft. Ich war total enttäuscht, weil ich mir nicht sicher war, ob ich überhaupt jemals schwanger werden würde.

Über Tage die Spritzen selbst, für am Ende einen Embryo.
Viele Frauen konnten nach dem ersten Stimulationszyklus reichlich viele Embryonen einfrieren, um sie kurz nach einem ggf. negativen Testergebnis wieder aufzutauen und einsetzen zu lassen. Das war in meinem Fall nicht möglich. Ich wusste, dass ich bei jedem Versuch immer wieder mit vielen Spritzen, also auch mit viel Geld, stimulieren musste.
Nichtsdestotrotz stand wenige Monate später ein neuer Versuch in Teplice an. Und wieder hatte ich nur einen einzigen Embryo übrig. Aber diesmal führte der Transfer zum Erfolg und im Sommer 2016 wurde unser erster Sohn geboren.
Bereits ein Jahr nach der Geburt dachten wir über einen erneuten Versuch nach. Wieder fuhren wir nach Teplice. Beim ersten Versuch kam es zu keiner Schwangerschaft. Aber wieder beim zweiten Mal konnte ich einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen halten. Bei der ersten Ultraschallkontrolle in der 7. SSW aber dann der Schock. Der Embryo war nicht richtig entwickelt und ein Herzschlag war auch nicht erkennbar. Ich war am Boden zerstört und machte mir 1000 Vorwürfe, was ich alles falsch gemacht haben könnte. In der 10. SSW wurde der Embryo aus der Gebärmutter entfernt, da er von allein nicht gehen wollte, ein unbeschreiblicher Schmerz. Ich hatte mich so sehr über die Schwangerschaft gefreut und nun sollte alles wieder von vorn losgehen!?

Aus der Vorfreude wurde in der 7. Woche ein Abschied.
Es war schnell klar, es musste weitergehen, sonst würde ich aus meinem emotionalen Loch nicht wieder rauskommen. Ich war jetzt auch schon lange krankgeschrieben und musste wieder arbeiten gehen. Auf Arbeit fehlte mir aber jeglicher Antrieb. Ich konnte nur noch an unseren Kinderwunsch denken und hatte eigentlich keinen Nerv für irgendetwas anderes. Leider war nun auch endgültig das Geld alle. Kurzerhand entschlossen wir uns dazu, einen Termin beim Standesamt zu machen. Ganz spontan und etwas unfreiwillig gaben wir uns also das JA-Wort und wechselten die Krankenkasse, um die nächsten drei Versuche bezahlt zu bekommen.

Geheiratet wurde auch, damit die Kasse die nächsten Versuche trägt.
Nach der unspektakulären Unterschriften-Abgabe auf dem Standesamt starteten wir also nun unsere erste Behandlung in Deutschland. Wir gingen wieder nach Leipzig und es klappte gleich beim ersten Versuch. Wir konnten sogar erstmals drei Embryonen einfrieren. Knapp drei Jahre nach der Geburt unseres ersten Sohnes kam sein kleiner Bruder auf die Welt.
Die nächsten drei Jahre lebten wir glücklich und zufrieden als vierköpfige Familie. Bis der Gedanke irgendwann aufkam, was wir mit den drei Embryonen machen sollten, die seit fast vier Jahren tiefgekühlt im Kinderwunsch-Zentrum auf uns warteten. Dazu kam mein Herzenswunsch nach einer kleinen Tochter, die ich mir zugegeben schon immer gewünscht hatte. So kam es, dass wir die 3 Embryonen auftauen ließen und einen ersten Transfer versuchten. Dieser und auch der zweite Transfer führten zu keiner Schwangerschaft. Da sich der dritte Embryo nach dem Auftauen nicht weiterentwickelte, war nun wieder ein Stimulationszyklus notwendig. Wir überlegten kurz und entschieden uns trotz der mauen Erfolgsaussichten für die Behandlung. Am Transfer-Tag war dann wieder nur ein einziger Embryo übrig.
Dieser kleine Kerl schaffte es aber und erblickte Mitte 2023 das Licht der Welt.
Jahre Kinderwunsch
Länder: Tschechien und Deutschland
Embryo je Transfer
Fehlgeburt
eingefrorene Embryonen, ein einziges Mal
Söhne
Bei Maria kamen mehrere Dinge zusammen: ein Befund beim Mann, eingeschränkte Eileiter und ein Körper, der auf die Hormone kaum ansprang. Was das heißt, hier ohne Fachchinesisch.
Das Spermiogramm untersucht Anzahl, Beweglichkeit und Form der Samenzellen. Sind die Werte eingeschränkt, sinkt die Chance auf eine natürliche Befruchtung. Der männliche Faktor ist eine der häufigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch, wird aber oft spät geprüft.
Das Spermiogramm war „nicht sonderlich berauschend“ und wurde als erste Ursache festgemacht.
Bei einer Bauchspiegelung wird über einen kleinen Schnitt am Bauchnabel geschaut, ob die Eileiter durchgängig und funktionstüchtig sind. Sind sie es nicht, kann die Eizelle den Weg zur Gebärmutter nicht nehmen, und eine natürliche Schwangerschaft wird unwahrscheinlich.
Die Bauchspiegelung war sehr schmerzhaft. Sie zeigte, dass auch die Eileiter nicht mehr voll funktionstüchtig sind.
Als „Poor Responder“ bezeichnet man Frauen, deren Eierstöcke auf die Hormonstimulation nur schwach reagieren. Trotz vieler Spritzen reifen wenige Eizellen heran, und am Ende bleibt oft nur ein einziger Embryo. Jeder Versuch bedeutet dann eine komplett neue Stimulation.
Schon an ihren Hormonwerten war absehbar, dass sie schlecht auf die Spritzen reagieren würde. Bei jeder Behandlung blieb am Ende nur ein Embryo.
Ich liebe meine drei kleinen Jungs über alles und bin sehr glücklich.
Vielleicht ist unsere Reise aber doch noch nicht zu Ende, denn aktuell stehe ich mit einem deutschen Arzt im Ausland in Kontakt, da die Sehnsucht nach einer kleinen Tochter noch immer riesengroß ist.
Etwas wirklich „Schönes“ konnte ich der Welt der Kinderwunsch-Zentren nie abgewinnen.
Als die Kosten in Deutschland nicht tragbar waren, ist Maria nach Teplice ausgewichen. Näher als gedacht, auf deutsche Patientinnen eingestellt, kaum Sprachbarrieren. Ein Blick über die Grenze kann sich lohnen, medizinisch wie finanziell.
Als das Geld endgültig alle war, haben Maria und ihr Mann spontan geheiratet und die Krankenkasse gewechselt, um die nächsten Versuche bezahlt zu bekommen. Es lohnt sich, die eigenen Ansprüche genau zu kennen.
Maria hatte bei jedem Versuch nur einen einzigen Embryo, und aus genau diesen einzelnen Embryonen sind ihre drei Söhne geworden. Eine kleine Ausbeute heißt nicht, dass es nicht klappt.
Nach der Fehlgeburt war für Maria klar: Es musste weitergehen, sonst wäre sie aus ihrem emotionalen Loch nicht wieder herausgekommen. Sich das Weitermachen zu erlauben, war ihr Weg zurück.
Ob Mut, Frage oder einfach ein Gruß: Maria freut sich über deine Postkarte und meldet sich, wenn du magst.
An: Maria
Kinderwunsch-Kämpferin
Teplice · Leipzig

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Kinderwunsch-Kämpferin
Mit 18 die Diagnose vorzeitige Wechseljahre, dann Jahre der Dunkelheit. Über eine Eizellspende in Bratislava kam ihre Tochter Alica.

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Kinderwunsch-Kämpferin
Nach der Krebserkrankung ihres Mannes, einer viel zu frühen Geburt und dem Abschied von Tochter Josie: ein kleiner Kämpfer namens Jonah und bald ein Regenbogenmädchen.
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